Restaurierung der ersten deutschen Radiosternwarte


Auf dem Stockert, einem Berg bei Bad Münstereifel, steht ein technisches Denkmal: Der Astropeiler, das erste deutsche Radioteleskop und Teil der Radiosternwarte Stockert.

Unser Förderverein hat sich zum Ziel gesetzt, die Radiosternwarte nach langer Vernachlässigung wiederaufzuarbeiten. Auf dem Stockert soll ein Lern- und Lehrort für alle physikalisch, technisch und naturwissenschaftlich Interessierten entstehen.


Seit dem 11. Juni 2007 ist der Astropeiler eine Baustelle: Nach vielen Jahren arbeiten wieder Profis am Korrosionsschutz der empfindlichen Metallteile. Die NRW-Stiftung hat verschiedene Firmen mit der Restaurierung der Antenne betraut. Diese Arbeiten sind seit dem Herbst 2007 abgeschlossen, nun folgt die weitere bauliche Sanierung.


Aktuelles und Termine

Basteleien hinter den Kulissen

Verfasst von Jürgen Starek am 11. Februar 2010 - 18:06.

Zur Zeit erledigen wir viele Verwaltungsarbeiten, und jeden Tag gehen viele Mails über die internen Listen. Aber parallel zu diesem "langweiligen Bürokram", der sich nicht gerade gut eignet, um hier darüber zu berichten, geht es natürlich auch bei der Technik weiter.

Für ein neues Spektrometer, das in den Laboren des Bonner Max-Planck-Instituts gebaut wurde, benötigten wir einen Rechner, der die Daten abnimmt, vorverarbeitet und speichert. An diesem Beispiel möchte ich einmal zeigen, was beim Bau einer solchen maßgeschneiderten Workstation so alles zu tun ist.

Die Anforderung an das System war, eine bestimmte Datenmenge pro Sekunde zuverlässig anzunehmen, so schnell zu verarbeiten, dass die jeweils nächsten Daten nicht warten müssen und die Daten für die folgende Verarbeitung zwischenzulagern. Allerdings konnten wir mit Rücksicht auf unser Budget nicht einfach die leistungsstärksten Komponenten am Markt zusammenschrauben. Also musste ich etwas rechnen. Am Ende kam dann das hier heraus (wie immer können alle Bilder per Klick in einer großen Version geöffnet werden):

Leeres 19-Zoll-Gehäuse Komponenten für den Messrechner

Ein leeres, neues 19"-Gehäuse und die Komponenten, die hineinsollen. Als Hauptplatine dient ein Asus M3N WS, in dem ein Prozessor von AMD (der Athlon II X3 425) und vorerst "nur" 2 GB Hauptspeicher (dafür aber mit Fehlerüberwachung und -korrektur (ECC)) arbeiten. Dazu kommen natürlich ein Netzteil, ein DVD-Laufwerk - und fünf Festplatten: Eine alte IDE-Platte für das Betriebssystem und vier 200 GB-Platten für die Daten, die sich je nach Anwendungsfall unterschiedlich zusammenschalten lassen.

Als Erstes wird der Prozessor eingesetzt, Antistatikhandschuhe verhindern dabei, dass der empfindliche Halbleiter einen "Schlag" bekommt. Weil wir bei einem Laborrechner keine besonderen Anforderungen an die Kühlung haben, kommt der mitgelieferte Standard-Aluminium-Kühler zum Einsatz. Auf dem mittleren Bild ist zu erkennen, dass er von unten mit einer Paste beschichtet ist, die eine gute Wärmeleitung zwischen dem Prozessor und dem Kühlkörper sicherstellt. Die Montage ist einfach: Aufsetzen, Halteklammern einrasten, fertig.

Einbau des Prozessors Der CPU-Kühlkörper von unten Der Kühler ist montiert

Als nächstes wird noch der Arbeitsspeicher eingesetzt...

2 GB ECC-RAM Einbau der RAM-Riegel Nach Einbau der RAM-Riegel

...und das Netzteil eingebaut. Ein erstes Einschalten zeigt: Der Rechner startet. Der Fehlercode 9F, den die Diagnoseplatine anzeigt (mittleres Bild), erinnert daran, dass jetzt noch die insgesamt fünf Festplatten und das CD-Laufwerk eingebaut und angeschlossen werden müssen. Danach muss natürlich (wie auf dem dritten Bild zu sehen) erst einmal das Kabelchaos gebändigt werden. Zum Schluss wird der Rechner ein Weilchen belastet, um die Hitzeverteilung im Gehäuse abschätzen zu können und weitere Lüfter einzubauen - die Festplatten etwa sitzen direkt im Luftstrom eines großen Lüfters an der Front. Damit ist die Hardware erst einmal fertig.

Das Erster Bootvorgang Die Festplatten werden eingebaut und verkabelt

Bis hierher dauerte alles keine zwei Stunden. Die eigentlich aufwändigen Dinge, nämlich die Konfiguration des Systems (wir verwenden für die Mess-PCs ein Debian Linux), kommen noch... und das Ergebnis der ganzen Arbeit sind dann 14 cm mehr gefüllter Platz im Rack :-) Man muss sich, wenn man vor den Schaltschränken steht, einmal vorstellen, wie viel mehr Arbeitszeit in manchen speziell für den Stockert angefertigten Messgeräten steckt.

Nebenan war die Steuerungs-Gruppe mit Testfahrten beschäftigt, um sicherzustellen, dass der Spektrometer-Rechner auch bald Arbeit hat.

Der Rechner, eingebaut in eins der 19 Testfahrt vom neuen Steuerpult aus

2009: Ein Jahr voller Arbeit

Verfasst von Jürgen Starek am 10. Januar 2010 - 7:09.

Es ist spät geworden.

Normalerweise setze ich mich nach Weihnachten einige Stunden in Ruhe an den Rechner und schreibe den Jahresrückblick einfach. Aber dieses Mal ist mir beim Durchsehen der 1532 e-Mails, 318 Fotos und dutzender Druckseiten des Jahres 2009 aufgefallen, wie viel sich in den letzten Monaten im Umfeld des Astropeilers getan hat. Deshalb, und weil mir einiges dazwischen gekommen ist, kann der Jahresrückblick leider erst jetzt erscheinen.

Fangen wir an Neujahr 2009 an. In den ersten Monaten des Jahres 2009 hatten wir noch regelmäßige Arbeitstreffen an jedem zweiten Sonntag, zu denen sich die Aktiven trafen. Nach Gesprächen mit der NRW-Stiftung, der die Sternwarte ja gehört, war schnell klar, dass wir alle verfügbare Arbeitskraft auf die Sanierung des Astropeilers konzentrieren wollten, mit dem Ziel, das Teleskop wieder wissenschaftlich nutzen zu können. Aber im Lauf der Zeit kam die Überzeugung dazu, dass wir doch eigentlich, auch wenn das Teleskop noch eine Baustelle war, unsere Arbeit im Rahmen eines "lebenden Museums" schon zeigen könnten.

Der Astropeiler Stockert wurde daher im Zeitraum von Pfingsten bis Ende Oktober jeden Sonntag durch unsere Mitglieder für Besucher geöffnet. Der angebotene Vortrag mit anschließender Führung stieß durchweg auf positive Resonanz. Leider war die Arbeits- und Aussichtsplattform noch immer nicht für den Besucherverkehr freigegeben, was die meisten Gäste verständnisvoll mit dem Versprechen zur Kenntnis nahmen, in der nächsten Saison wiederzukommen.

Besucher am Pfingstsonntag Besucher am Sonnenspiegel

Mit den häufigen Öffnungen haben wir natürlich auch mehr Routine in der Gestaltung unserer Fachvorträge bekommen, und wir denken, dass wir jetzt einen ebenso verständlichen wie inhaltlich anspruchsvollen Vortrag anbieten. Das Feedback der Besucher war jedenfalls immer sehr positiv.

Neben diesem "Museumsbetrieb auf Probe" gab es auch dieses Jahr wieder Kunstausstellungen und Besuche von interessierten Funkamateuren, Wanderern oder Hobbyastronomen. Ganz besonders freut uns dabei, dass die Zusammenarbeit mit umliegenden Schulen, die wir in diesem Jahr begonnen haben, gut angelaufen ist und wir schon einige Veranstaltungen für Kinder anbieten konnten, darunter die beiden "Sternennächte" im Spätherbst. Auch in diesem Bereich haben wir 2009 nur einen Probebetrieb anbieten können, aber auch der sieht schon sehr vielversprechend aus.

Mit den regelmäßigen Öffnungen begannen wir auch, jedes Wochenende am Astropeiler zu arbeiten. Dadurch ging es natürlich zügiger voran, auch wenn wir immer wieder gemerkt haben, dass wir noch deutlich mehr zupackende Aktive brauchen könnten.

Besonders umfangreich waren die Arbeiten an der neuen, automatischen Steuerung des 25-Meter-Spiegels. Kurz vor Weihnachten zeigten die Nadeln der Messinstrumente dann zum ersten Mal, dass Strom durch die Motoren floss. Der Spiegel bewegte sich unter der Kontrolle der wahrscheinlich sichersten und komfortabelsten Handsteuerung, die der Stockert bisher hatte.

Bis alles funktionierte, haben wir einige hundert Meter Kabel verlegt (was bei den relativ engen Kabeltrassen nicht ganz einfach war), sieben Schaltschränke gefüllt, fünf Klemmenkästen mit hunderten Klemmen neu aufgebaut oder neu verkabelt und begonnen, die Antriebstechnik zu überarbeiten.

Als nächste Etappe stehen der Anschluss der Computer mit den astronomischen Fahrprogrammen und entsprechende Testläufe an.

Neben diesen Fortschritten in unserer Arbeit hat sich auch mit Hilfe der NRW-Stiftung, die Eigentümerin der Sternwarte ist, einiges getan. Die Brunnenstube wurde saniert, der Peiler wurde brandschutztechnisch überarbeitet und, dieses Jahr am deutlichsten zu sehen, das Sonnenhaus wurde komplett saniert. Anfang dieses Jahres saßen wir schon im gemütlich geheizten Gebäude unter einem neuen Dach und richteten das Elektroniklabor ein.

Leider mussten die Arbeiten am Sonnenhaus bedingt durch den Wintereinbruch kurz vor Weihnachten unterbrochen werden. Im Frühjahr werden sie aber abgeschlossen sein, und wenn keine ernsthaften Probleme mehr auftauchen, werden wir auch den 25-Meter-Spiegel bis in den Sommer nächsten Jahres in einen Zustand gebracht haben, in dem er regulär genutzt werden kann. Dann werden wir uns eine kleine Pause gönnen -- denn direkt danach geht es mit voller Kraft an den 10-Meter-Spiegel...

Wir wünschen frohe Weihnachten!

Verfasst von Jürgen Starek am 24. Dezember 2009 - 14:40.

Das Astropeiler-Team wünscht allen Unterstützern, Gästen und Mitarbeitern ein schönes Weihnachtsfest! Wir möchten besonders all denen danken, die uns in diesem Jahr mit ihrer Arbeit, mit Spenden oder einfach nur durch gute Ideen unterstützt haben. Ohne die vielfältige Hilfe aus den verschiedensten Richtungen könnten wir ein so großes Projekt nicht bewältigen.

Auch in diesem Jahr werden wir hier in der Zeit "zwischen den Jahren" einen kurzen Jahresrückblick bringen. 2009 war ein arbeitsreiches und spannendes Jahr am Stockert, und dass das Teleskop auf dem Bild oben etwas anders als sonst üblich geparkt ist, verrät vielleicht schon, welches Weihnachtsgeschenk wir uns dieses Jahr selbst gemacht haben :-)

Neues aus Dwingeloo

Verfasst von Jürgen Starek am 16. Dezember 2009 - 22:36.

Im niederländischen Dwingeloo betreut die CAMRAS ein ähnliches Projekt wie unser Verein: ein altes Radioteleskop wird wieder betriebsfähig aufgearbeitet. Im Dezember berichtete ASTRON, das niederländische Institut für Radioastronomie, in seinem Dezember-Monatsbericht (S. 34) über die Fortschritte. Wir gratulieren dem niederländischen Team und wünschen weiterhin viel Erfolg!

Weihnachtsfeier FAS e.V.

Verfasst von ks am 11. Dezember 2009 - 21:41.
19.12.2009 - 17:00
19.12.2009 - 23:59

Weihnachtsfeier aller Aktiven. Wer kommt, der kommt! Jeder bringt mit was er braucht! Start undefiniert, Ende offen. Gäste und Verpflegungsspenden willkommen. Wir suchen noch einen Weihnachtsmann!