2009: Ein Jahr voller Arbeit

Verfasst von Jürgen Starek am 10. Januar 2010 - 7:09.

Es ist spät geworden.

Normalerweise setze ich mich nach Weihnachten einige Stunden in Ruhe an den Rechner und schreibe den Jahresrückblick einfach. Aber dieses Mal ist mir beim Durchsehen der 1532 e-Mails, 318 Fotos und dutzender Druckseiten des Jahres 2009 aufgefallen, wie viel sich in den letzten Monaten im Umfeld des Astropeilers getan hat. Deshalb, und weil mir einiges dazwischen gekommen ist, kann der Jahresrückblick leider erst jetzt erscheinen.

Fangen wir an Neujahr 2009 an. In den ersten Monaten des Jahres 2009 hatten wir noch regelmäßige Arbeitstreffen an jedem zweiten Sonntag, zu denen sich die Aktiven trafen. Nach Gesprächen mit der NRW-Stiftung, der die Sternwarte ja gehört, war schnell klar, dass wir alle verfügbare Arbeitskraft auf die Sanierung des Astropeilers konzentrieren wollten, mit dem Ziel, das Teleskop wieder wissenschaftlich nutzen zu können. Aber im Lauf der Zeit kam die Überzeugung dazu, dass wir doch eigentlich, auch wenn das Teleskop noch eine Baustelle war, unsere Arbeit im Rahmen eines "lebenden Museums" schon zeigen könnten.

Der Astropeiler Stockert wurde daher im Zeitraum von Pfingsten bis Ende Oktober jeden Sonntag durch unsere Mitglieder für Besucher geöffnet. Der angebotene Vortrag mit anschließender Führung stieß durchweg auf positive Resonanz. Leider war die Arbeits- und Aussichtsplattform noch immer nicht für den Besucherverkehr freigegeben, was die meisten Gäste verständnisvoll mit dem Versprechen zur Kenntnis nahmen, in der nächsten Saison wiederzukommen.

Besucher am Pfingstsonntag Besucher am Sonnenspiegel

Mit den häufigen Öffnungen haben wir natürlich auch mehr Routine in der Gestaltung unserer Fachvorträge bekommen, und wir denken, dass wir jetzt einen ebenso verständlichen wie inhaltlich anspruchsvollen Vortrag anbieten. Das Feedback der Besucher war jedenfalls immer sehr positiv.

Neben diesem "Museumsbetrieb auf Probe" gab es auch dieses Jahr wieder Kunstausstellungen und Besuche von interessierten Funkamateuren, Wanderern oder Hobbyastronomen. Ganz besonders freut uns dabei, dass die Zusammenarbeit mit umliegenden Schulen, die wir in diesem Jahr begonnen haben, gut angelaufen ist und wir schon einige Veranstaltungen für Kinder anbieten konnten, darunter die beiden "Sternennächte" im Spätherbst. Auch in diesem Bereich haben wir 2009 nur einen Probebetrieb anbieten können, aber auch der sieht schon sehr vielversprechend aus.

Mit den regelmäßigen Öffnungen begannen wir auch, jedes Wochenende am Astropeiler zu arbeiten. Dadurch ging es natürlich zügiger voran, auch wenn wir immer wieder gemerkt haben, dass wir noch deutlich mehr zupackende Aktive brauchen könnten.

Besonders umfangreich waren die Arbeiten an der neuen, automatischen Steuerung des 25-Meter-Spiegels. Kurz vor Weihnachten zeigten die Nadeln der Messinstrumente dann zum ersten Mal, dass Strom durch die Motoren floss. Der Spiegel bewegte sich unter der Kontrolle der wahrscheinlich sichersten und komfortabelsten Handsteuerung, die der Stockert bisher hatte.

Bis alles funktionierte, haben wir einige hundert Meter Kabel verlegt (was bei den relativ engen Kabeltrassen nicht ganz einfach war), sieben Schaltschränke gefüllt, fünf Klemmenkästen mit hunderten Klemmen neu aufgebaut oder neu verkabelt und begonnen, die Antriebstechnik zu überarbeiten.

Als nächste Etappe stehen der Anschluss der Computer mit den astronomischen Fahrprogrammen und entsprechende Testläufe an.

Neben diesen Fortschritten in unserer Arbeit hat sich auch mit Hilfe der NRW-Stiftung, die Eigentümerin der Sternwarte ist, einiges getan. Die Brunnenstube wurde saniert, der Peiler wurde brandschutztechnisch überarbeitet und, dieses Jahr am deutlichsten zu sehen, das Sonnenhaus wurde komplett saniert. Anfang dieses Jahres saßen wir schon im gemütlich geheizten Gebäude unter einem neuen Dach und richteten das Elektroniklabor ein.

Leider mussten die Arbeiten am Sonnenhaus bedingt durch den Wintereinbruch kurz vor Weihnachten unterbrochen werden. Im Frühjahr werden sie aber abgeschlossen sein, und wenn keine ernsthaften Probleme mehr auftauchen, werden wir auch den 25-Meter-Spiegel bis in den Sommer nächsten Jahres in einen Zustand gebracht haben, in dem er regulär genutzt werden kann. Dann werden wir uns eine kleine Pause gönnen -- denn direkt danach geht es mit voller Kraft an den 10-Meter-Spiegel...