Das Observatorium heuteAntennenanlagenNach Jahren der nachlässigen Nutzung und mangelnden Wartung hatten Wetter und Verschleiß den beiden Antennenanlagen zugesetzt. Die 10-m-Antenne, der sogenannte „Sonnenspiegel“ ist mechanisch und elektrisch betriebsbereit. Er wurde inzwischen teilweise repariert und saniert, um Schäden an Antrieb und Struktur vorzubeugen. Weitere Sanierungen werden stattfinden. GebäudeAuf dem Gelände sind neben dem „Astropeiler“, dem 25-m-Teleskop, das Messhaus für den 10-m-Spiegel (das sogenannte „Sonnenhaus“) und zwei Wohnhäuser zu finden. Das Astropeiler-Gebäude mit seiner markanten Pyramidenstruktur ist nach der Grundsanierung durch die NRW-Stiftung im Jahr 2007 voll nutzbar und beherbergt das Museum, das Archiv und einen Seminarraum im Erdgeschoss. Die oberen Geschosse sind Betriebsräume. Das Herz der Anlage ist der Steuerraum im ersten Obergeschoss, der mit einer modernen Mess- und Steuerelektronik ausgestattet wurde. Das Sonnenhaus wurde vollständig renoviert. Dort sind heute ein Schulungs- und Seminarraum, das Elektroniklabor, sowie weitere Betriebsräume untergebracht. Derzeit wird an der Fertigstellung des Steuerraumes für den 10-m-Spiegel gearbeitet, der außerdem der Funkraum unserer Clubstation DL0EF ist. Nachdem längere Zeit ein Abriss der beiden Wohngebäude zur Debatte stand, konnte Ende 2010 eine Lösung erarbeitet werden. Das obere Wohnhaus wird zukünftig als Wohnung genutzt werden, die Bewohner sind derzeit tatkräftig dabei, die erforderlichen Sanierungsarbeiten mit viel Eigenarbeit durchzuführen. Das zweite Wohnhaus wird durch Freiwillige des Fördervereins saniert werden, sobald die anderen Arbeiten genügend Spielraum lassen. Dort sollen Übernachtungsmöglichkeiten für Besucher entstehen, so dass Beobachter, schulische Arbeitsgruppen oder Funkamateure ganze Wochenenden an der Sternwarte arbeiten können werden. Technische Ausrüstung und MesstechnikDie gesamte Mechanik und Antriebstechnik für die beiden Antennen sind trotz ihres Alters funktionsfähig und in recht gutem Zustand. Die alte Steuerung der 25-m-Antenne war zum Teil nicht mehr vorhanden und wurde durch ein modernes computergestütztes Steuerungssystem ersetzt. Das Gleiche soll im Jahr 2012 für den 10-m-Spiegel erfolgen, der bis dahin nur manuell steuerbar ist. Die 25-m-Antenne wurde wieder zu einem Primärfokus-System umgebaut, so wie es in der ersten Betriebsphase der Fall war. Hierzu hat die Mainzer Firma MT Aerospace eine Empfängerhalterung gebaut, die unter Verwendung der alten Trägerrohre dort montiert wurde, wo bisher der Sekundärspiegel hing. In dieser Empfängerbox sitzt heute ein neuer Empfänger für 21 cm Wellenlänge. Ergänzt wird dieser durch weitere Messtechnik, wie zum Beispiel ein FFTS Spektrometer, wie es auch am Teleskop in Effelsberg zum Einsatz kommt. Durch diese Maßnahmen ist wieder ein voll funktionsfähiges Radioteleskop entstanden, welches eine interessante Kombination von historischer Technik und moderner Instrumentierung darstellt. Die Arbeiten konzentrieren sich zur Zeit darauf, die Gesamtanlage genau zu vermessen und für die geplanten Vorhaben im Bereich von Bildung und Wissenschaft vorzubereiten. Daneben sind aus fast jeder Gerätegeneration am Stockert einige interessante Exemplare erhalten geblieben, die heutigen Anforderungen nicht immer genügen, aber auf jeden Fall für eine Ausstellung optisch aufgearbeitet und erhalten werden sollen. Dazu gehören verschiedene Oszilloskope, Zähler, Frequenznormale, aber auch alte Computer und Radartechnik. Das Museum steht Besuchern zu unseren normalen Öffnungszeiten offen. AusblickDie NRW-Stiftung sichert als Eigentümer der Anlage den Bestand, unser Förderverein kümmert sich um den Betrieb der Anlagen und die Messtechnik. Neben dem fortlaufenden Betrieb wird sicher das eine oder andere unerwartete Problem, was bei einer alten Anlage ganz normal ist, unser Begleiter sein. |
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