Zivile NutzungDer Astropeiler wurde zunächst von der Universität Bonn parallel mit den militärischen Nutzern genutzt. In den ersten Jahren wurde das Teleskop in halbjährlichem Wechsel für Radioastronomie- und Radar-Forschung genutzt. Das Radarsystem war so leistungsstark, dass der Luftraum bis nach Berlin überwacht werden konnte. Nach Fertigstellung der 30 m Radar-Großanlage der Forschungsgesellschaft für Angewandte Naturwissenschaften e.V. (FGAN) in Werthofen wurde der Astropeiler dann für einen kontinuierlichen radioastronomischen Messbetrieb verfügbar. In den 1960er Jahren stieg dann das Max-Planck-Institut als Hauptnutzer der Anlagen auf dem Stockert ein. Die hohen Anforderungen an die Messgenauigkeit in der Radioastronomie führten seit 1956 am Astropeiler zu zahlreichen technologischen Forschungsprojekten mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit der Empfangsanlage zu optimieren. Das betrifft etwa die Antenne und die Entwicklung von Empfängern und Spektrometern, aber auch die Teleskopsteuerung mit dem Einsatz von Computern ab 1976. Viele der Geräte sind übrigens in unserer Ausstellung noch erhalten. Von 1957 bis 1978 wurden am Stockert 9 Dissertationen und 44 Diplomarbeiten zur Radioastronomie geschrieben. Einen Überblick über die in dieser Zeit erarbeiteten Forschungsergebnisse gibt die Seite "am Stockert entdeckt". Die letzte Messung steht 1978 in den Logbüchern: Das neue 100-m-Teleskop in Effelsberg machte dem Stockert Konkurrenz, und nach Auffassung der Betreiber ließ sich der Stockert nicht mehr für "ernsthafte" Forschung nutzen. In den folgenden Jahren dienten die Anlagen für die Ausbildung von Studenten, bis zuletzt gerade mal ein radioastronomisches Praktikum pro Jahr auf dem Stockert stattfand. |
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